Testosteronmangel: Ursachen, risken und symptomen

Testosteronmangel: Ursachen, risken und symptomen

Auswirkungen eines Testosteronmangels

Das Hormon Testosteron ist für die Herausbildung des männlichen Phänotyps verantwortlich. Tiefe Stimme, Körperbehaarung, Muskeln – all diese Faktoren werden maßgeblich von Testosteron definiert. Vor allem Menschen, die Muskelmasse aufbauen wollen, vor allem Bodybuilder, setzen auf einen zumindest stabilen Testosteronhaushalt. Wird eine schnelle Steigerung der Muskelmasse angestrebt, wird der Testosteronspiegel oft erhöht. Doch was ist, wenn ein Testosteronmangel, medizinisch als Hypogonadismus bezeichnet, vorliegt? Oft wird dieser erst gar nicht als solcher wahrgenommen, da
die Symptome vielfältig sein können und nicht spezifisch sind. In diesem Artikel erhalten Sie einen Einblick in die möglichen Symptome eines Testosteronmangels sowie dessen Ursache und daraus resultierende Folgen.

Symptome eines Testosteronmangels

Wie bereits erwähnt, können die Symptome eines Testostermangels vielfältig sein. Oft werden die Anzeichen dem alltäglichen Stress zugeordnet. Doch vor allem, wenn die nachfolgend aufgeführten Symptome über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, sollten Sie ihren Testosteronhaushalt überprüfen lassen. Die Auswirkungen eines Mangels können in jedem Fall weitreichend sein. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, aufgrund eines Testosteronmangels zeugungsunfähig zu sein. Generell sind die Auswirkungen vor allem im Sexleben eines Mannes groß. Es kommt zur Abnahme nächtlicher Errektionen, die Lust auf Sex und damit auch die Aktivität geht deutlich zurück. Oft ist eine erektile Dysfunktion, im Volksmund als Impotenz bezeichnet, ein Symptom für Testosteronmangel. Auch kann oft ein abnormales Wachstum der männlichen Brustdrüse beobachtet werden, was als Gynäkomastie bezeichnet wird. Weitere Symptome sind der Rückgang von Körperbehaarung, die Vergrößerung des Bauchfetts, anhaltende Schlafstörungen sowie starke Stimmungsschwankungen. Ein Testosteronmangel kann auch der Auslöser für Diabetes mellitus Typ II sein. Für Hobbysportler, die sich täglich im Fitnesstudio quälen, oder ambitionierte Bodybuilder ist ein Testosteronmangel der pure Albtraum. Er ist nämlich nicht nur für die Zunahme von Fett, sondern auch für den Rückgang der Muskelmasse zuständig. Mit einem Testosteronmangel ist es schlichtweg unmöglich, über einen längeren Zeitraum weiter Muskelmasse aufzubauen.

Ursachen eines Testosteronmangels

Die meisten Menschen wissen, dass es sich bei der Menopause um die Wechseljahre der Frau handelt. Hitzewallungen, das Ausbleiben der Menstruation – Folgen, die allgemein bekannt sind. Doch nur die wenigsten wissen, dass auch Männer eine solche Phase durchlaufen, die Andropause. So ist Testosteronmangel ein oft auftretendes Problem während des Älterwerdens. Speziell Männer ab 40 Jahren sind daher anfällig für einen Testosteronmangel. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Produktion von Geschlechtshormonen mit dem Älterwerden abnimmt. So leiden knapp ein Viertel

aller Männer zwischen 40 und 70 Jahren an einem Testosteronmangel. Doch nicht nur das Alter, auch andere Lebensumstände können eine Ursache sein. Ein großer Faktor beim Testosteronspiegel spielt die Ernährung. Vor allem Männer, die viele ungesunde Fette und nur wenig Eiweiß zu sich nehmen, sind anfällig für einen Testosteronmangel. Auch Krankheiten sind oft ein Grund für einen Testosteronmangel. Die Einnahme von Medikamenten senkt den Testosteronspiegel zudem. Die verabreichten Chemikalien hindern Testosteronmoleküle daran, sich an die androgenen Rezeptoren zu heften. Was wiederrum zu einer schwindenden Muskelmasse führt.

Studien zum Testosteronmangel

In der Medizin wurden in der Vergangenheit zahlreiche Studien zu diesem Thema durchgeführt. Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei der bedeutendsten Untersuchungen vor. Sie geben einen guten Einblick zur Bedeutung von Testeron im Körper und welche Folgen ein Mangel haben kann.

Das Depressionsrisiko steigt

Es ist bereits bekannt, dass Testosteronmangel zu Stimmungsschwankungen und miese Laune führen kann. Wenn der Hormonhaushalt nicht ausgeglichen ist, schlägt das auch auf die Psyche. Eine amerikanische Studie der George Washington Universität hat zudem gezeigt, dass ein Testosteronmangel auch Auslöser für Depressionen sein kann. Untersucht wurden 200 Männer im Alter zwischen 20 und 77 Jahren. Alle Teilnehmer der Studie hatten einen Testosteronwert, der zumindest im kritschen Bereich oder aber bereits deutlich im “Mangel”-Bereich lag. Mehr als die Hälfte dieser Männer, nämlich 56%, wies Symptome einer Depression auf. Durchschnittlich leiden maximal 23% der Männer in diesem Altersbereich +ber Depressionen. Der Wert der untersuchten 200 Männer lag also deutlich höher. Zudem klagten zahlreiche Probanden an weiteren Symptomen wie Impotenz oder Übergewicht. Folglich leiteten die Forscher der Universität ab, dass das Depressionsrisiko bei einem Testosteronwert im Grenzbereich oder darunter deutlich steigt. Männer mit Anzeichen einer Depression sollten daher auch ihren Testosteronspiegel überprüfen lassen.

Tödliche Erkranungen sind weitaus wahrscheinlicher

Die Universität Greifswald veröffentlichte 2010 eine Studie zu den Auswirkungen von Testosteronmangel in Hinblick auf die Lebensdauer von Männern. Das Ergebnis zeigte, dass Männer mit einem Testosteronmangel eher tödliche Krankheiten erleiden als andere. Über einen Zeitraum von sieben Jahren untersuchten die Forscher knapp 2000 Männer zwischen 20 und 79 Jahren. 200 Männer waren beim Studienende bereits tot. Die Mehrzahl der verstorbenen Männer wies über die Jahre einen konstant niedrigen Testosteronwert im Mangelbereich auf. Außerdem zeigte die Untersuchung, dass Fettleibigkeit und eine Leberverfettung oft Grund für den Testosteronmangel waren.

Wie erkenne ich einen Testosteronmangel?

Wenn Ihnen die genannten Symptome bekannt vorkommen und die Befürchtung besteht, dass Sie von einem Testosteronmangel betroffen sind, sollten Sie handeln. Die Ermittlung ist einfach und unkompliziert. Machen Sie beim Arzt ihres Vertrauens einen Bluttest. Liegen die Testosteronwerte unter 13 Nmol/L (Nanomol pro Liter Blut) besteht ein Testosteronmangel.

Wann ist die Behandlung von Testosteronmangel gefährlich?

Wurde ein Testosteronmangel festgestellt, wird Männern oft Testosteron in Form von Pflastern oder Medikamenten zugeführt. Dabei sollte man jedoch sehr vorsichtig sein. Ein erhöhter Testosteronwert ist oft das angestrebte Ziel von Hobbysportlern und Bodybuildern, um einen schnellen Muskelaufbau zu erzielen. Bei Männern über 40, die lediglich die Folgen des Mangels beseitigen möchten, kann die erhöhte Zufuhr von Testosteron jedoch auch negative Folgen haben. Daher sollten Sie bei einer Behandlung unbedingt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Es gibt auch Umstände, die es strikt untersagen, Testosteron zu verabreichen. Männer, die an Prostatakrebs oder einer Form von Brustkrebs leiden, darf kein Testosteron verabreicht werden. Eine Zufuhr des Hormons hindert bei einer möglichen Heilung der Erkrankung.

Fazit

Ein Testosteronmangel ist ohne medizinische Hilfe nur schwer zu identifizieren. Die Symptome sind so vielfältig, dass sie auf viele Erkrankungen im Körper hinweisen können. Es ist jedoch einfach, einen Testosteronmangel nachzuweisen, wenn man den Gang zum Arzt nicht scheut. Mithilfe eines einfachen Bluttests kann der Testosteronwert ermittelt und eine Mangelerscheinung erkannt oder ausgeschlossen werden. Die Behandlung sollte ebenfalls unter medizinischer Beobachtung erfolgen, da eine erhöhte Zufuhr zu Nebenwirkungen führen kann. Wenn Sie also die aufgeführten Symptome bei sich beobachtet haben, verschwenden Sie keine Zeit und suchen Sie einen Arzt auf.

2017-05-29T20:45:58+00:00 By |Categories: Ernährung, Gesundheit|Comments Off on Testosteronmangel: Ursachen, risken und symptomen